DATEV-Interview: Zwischen Tradition und Tempo

Der Wandel in der Steuerberatung ist längst Realität. Digitalisierung, neue Arbeitsformen und steigende Anforderungen verändern den Kanzleialltag spürbar. Doch wie gelingt es, eine gewachsene Kanzlei zukunftsfähig weiterzuentwickeln, ohne ihre gewachsenen Stärken zu verlieren?

Im DATEV-Magazin spricht Steuerberaterin Katharina Bütow-Weissinger darüber, wie sie die Familienkanzlei in dritter Generation Schritt für Schritt modernisiert hat. Mit klaren Prozessen, einem starken Team und einer Digitalisierung, die nicht Selbstzweck ist, sondern echten Mehrwert schafft. Das Interview zeigt, warum Veränderung Zeit braucht, weshalb Mitarbeitende aktiv eingebunden werden müssen und wie sich Tradition und Fortschritt in der Praxis sinnvoll verbinden lassen.

Steuerberaterin Katharina Bütow-Weissinger

Wie wir unsere Kanzlei zukunftsfähig gestalten

Die Digitalisierung verändert die Steuerberatung grundlegend, doch wie gelingt der Wandel in einer gewachsenen Kanzlei, ohne Bewährtes zu verlieren?

Katharina Bütow-Weissinger, die die Kanzlei in dritter Generation führt, setzt auf eine klare Haltung: Entwicklung ja, aber mit Struktur, mit Verantwortung und dem Team im Mittelpunkt.

Aufbauend auf starken Grundlagen

Bereits beim Einstieg im Jahr 2013 waren wichtige Weichen gestellt. Ein Dokumentenmanagementsystem, hybride Prozesse und erste digitale Mandantenbeziehungen bildeten die Basis. Frühere Qualitätsmanagement-Initiativen sorgten dafür, dass wir nicht bei null beginnen mussten.

Digitalisierung als unternehmerische Aufgabe

Für uns war schnell klar: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug, um effizienter zu arbeiten, Qualität zu sichern und dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen.

Deshalb haben wir unsere zentralen Leistungsprozesse, wie Lohn, Finanzbuchhaltung und Jahresabschluss, systematisch analysiert und neu strukturiert.

Veränderung gelingt nur gemeinsam

Ein entscheidender Lernmoment: Veränderung lässt sich nicht verordnen.

Ein erstes großes Projekt zeigte deutlich, wie wichtig es ist, die Perspektive des Teams ernst zu nehmen. Aus anfänglicher Skepsis entwickelte sich Schritt für Schritt ein gemeinsamer Weg – durch realistische Planung, kleinere Etappen und offene Kommunikation.

Heute profitieren wir von:

  • standardisierten und dokumentierten Prozessen
  • klar definierten Rollen (z. B. Digitalisierungsexperte, Kanzleimanagement)
  • einem starken Wir-Gefühl im Team
  • kontinuierlicher Weiterentwicklung

Mandanten im Wandel begleiten

Auch auf Mandantenseite zeigt sich: Digitalisierung verläuft individuell.

Viele Mandanten sind den Weg mitgegangen, andere wurden schrittweise herangeführt. Einzelne arbeiten bewusst weiterhin analog, insbesondere bei langjährigen Beziehungen respektieren wir das.

Für neue Mandate gilt jedoch: Die grundsätzliche Offenheit für digitale Zusammenarbeit ist Voraussetzung.

Messbare Erfolge

Die Veränderungen zeigen Wirkung:

  • deutliche Effizienzsteigerung in der Finanzbuchhaltung
  • mehr Flexibilität durch Remote-Arbeit
  • mehr Zeit für individuelle Beratung

Blick nach vorn: Cloud als nächster Schritt

Der Weg in die Cloud ist für uns der nächste logische Schritt. Auch wenn wir diesen bewusst und strukturiert angehen, ist klar: Die technologische Entwicklung ist nicht aufzuhalten und wir gestalten sie aktiv mit.

Unser Rat an andere Kanzleien

  • Früh anfangen, nicht warten
  • Zuerst intern Strukturen schaffen
  • Prozesse standardisieren
  • Mitarbeitende aktiv einbinden
  • Veränderung vorleben

Denn nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo Tradition und Fortschritt sinnvoll miteinander verbunden werden.

 

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